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Feuerwehrleute trainieren den praktischen Umgang mit Leckagen an Kesselwagen der Deutschen Bahn.

Vom 03.06. bis 04.06.2025 fand am Bahnbetriebsgelände in Leipzig-Engelsdorf eine Ausbildung am Gefahrgut Ausbildungszug der DB InfraGO statt. An diesem können Feuerwehren den praktischen Umgang mit Leckagen an Kesselwagen trainieren.

Der Ausbildungszug besteht aus vier Waggons: Einem Kesselwagen zur Leckageabdichtung, einem begehbaren Kesselwagen, an dem die Technik sowie die verschiedenen Anschlüsse gezeigt und erklärt werden, sowie einem Personenwagen für den theoretischen Teil. Dieser Zug ist der einzige seiner Art in Deutschland - für keinen anderen Verkehrsträger, sei es für Straße oder Wasserstraße, bietet der entsprechende Infrastrukturbetreiber ein solches Schulungsangebot an. „Der Ausbildungszug Gefahrgut unterstützt die Ausbildung und Schulung von Feuerwehren und THW, in deren Einsatzbereich Bahnstrecken liegen", Der Zug wird den Hilfsorganisationen kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Die Weiterbildung gliedert sich in drei Teile. Zunächst wird mit einer theoretischen Unterweisung begonnen. Hier frischte der Schulungsleiter beispielsweise das Wissen über Gefahrgutklassen und ihre Kennzeichnung am Kesselwagen auf. Anschließend wird am Unterrichtswagen der Aufbau eines Kesselwagens erklärt. Dieser Ausbildungskesselwagen ist eine Spezialanfertigung aus drei verschiedenen Kesselwagentypen. Hier sind insgesamt 65 verschiedene Armaturen und Sicherheitsventile verbaut. Beim dritten Teil der Ausbildung wird es dann praktisch. Ein eigens vorbereiteter Kesselwagen hat neun verschiedene Leckagen - Löcher oder Risse. Durch die Austrittsstellen fließt Wasser als Simulation. Die Feuerwehrleute trainieren nun in voller Ausrüstung, mit welcher Technik die Leckage verschlossen werden kann. „Der Ausbildungszug Gefahrgut ist eine gute Ergänzung zu den regelmäßigen Fortbildungen".

Der erste Wagen des Zuges ist ein Unterrichtswagen mit Sitzplätzen für 20 Teilnehmer. In dem Wagen wird die Theorie zu Gefahrguteinsätzen im Schienenbereich abgehalten. Der mittlere Wagen ist der „Schau-Kesselwagen“. Dieser Wagen wurde aus mehreren Modellen zusammengesetzt und dient der Demonstration des Aufbaus, der Kennzeichnung und möglicher Armaturen verschiedenster Kesselwagenarten. Dabei werden auf die Besonderheiten sowie Tipps und Tricks für den Einsatzfall der verschiedenen Armatur- und Wagenarten eingegangen. Der hintere Wagen ist der „Übungskesselwagen“ mit neun Leckagen verschiedenster Art und Weise, an denen das Auffangen und Abdichten praktisch beübt werden kann.

An den Terminen waren die Feuerwehren Borsdorf, Großpösna, Machern und Pegau vor Ort, um die Ausbildung durchzuführen.

Ausbildung im Unterrichts- und Armaturenkesselwagen

Eine grundlegende Frage ist, was man unter „Gefahrgut“ versteht. Den Begriff kennen alle, aber die Definition wenige, diese steht im Gefahrgutbeförderungsgesetz (GGBefG) § 2:
Gefährliche Güter sind Stoffe und Gegenstände, von denen auf Grund ihrer Natur, ihren Eigenschaften oder ihres Zustandes im Zusammenhang mit der Beförderung Gefahren für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung, im Besonderen für die Allgemeinheit, für wichtige Gemeingüter, für Leben und Gesundheit von Menschen sowie Tieren und Sachen ausgehen können. Deshalb wird den Teilnehmern im ersten Teil ein Überblick vermittelt, welche und wie viele Gefahrgüter über die Schiene transportiert werden. Die Besonderheiten des Schienentransportes werden dargestellt. Die Gefahren, die bei der Freisetzung von Gefahrgut entstehen, werden unter anderem mit Videos belegt. Katastrophen gibt es aber sehr selten, manchmal kommt es zur Freisetzung von kleineren Mengen an Gefahrgut. In diesen Fällen gelingt es den Feuerwehren fast immer, die Gefahr abzuwenden. An dieser Stelle wird auf die besondere Bedeutung des Notfallmanagements der DB InfraGo hingewiesen, dass eine zentrale Schnittstelle zwischen der DB Netz AG und den gefahrenabwehrenden Einheiten besetzt. Die Notfallmanager vor Ort und die Notfallleitstellen im Hintergrund stellen sicher, dass die Einsatzkräfte gefahrlos auf Bahngelände (Gleissperrungen, Bahnerdung) arbeiten können und helfen bei der Lösung von Problemen. Die internen Meldewege und die Zusammenarbeit mit den Externen werden dargestellt. Alles mit dem Ziel: schnell und richtig zu handeln. Die Kennzeichnung der Kesselwagen mit Gefahrgut, insbesondere die Bedeutung von orangefarbener Tafel, Großzettel, orangefarbener Streifen sowie die Transportpapiere und Wagenlisten werden erklärt. Ausbildung am Armaturenkesselwagen Am Armaturenkesselwagen werden die unterschiedlichen Kesselwagentypen vorgestellt. 65 unterschiedliche Armaturen und Sicherheitseinrichtungen geben einen Überblick über die Vielfalt der Bauformen. Es gibt Kesselwagen für den Transport von Flüssigkeiten, von verflüssigten Gasen und Staubgutwagen. Die Befüllmöglichkeiten von unten und von oben werden bei den unterschiedlichen Kesselwagentypen demonstriert. Angebrachte Komplettsysteme veranschaulichen die Funktion der Armaturen und Sicherheitseinrichtungen. Bei einem Rundgang durch den Armaturenkesselwagen sieht man am, im und auf dem Kesselwagen das Zusammenwirken der einzelnen Baugruppen. Bei Schnittmodellen kann man in das Innere hineinschauen.

Praxistraining am Leckage-Kesselwagen

Der Leckage-Kesselwagen mit seinen neun künstlichen Leckagen dient den Feuerwehren zur praktischen Ausbildung. Es können alle Geräte und Mittel eingesetzt werden, die sich auf den Einsatzfahrzeugen der Feuerwehren befinden. Ereignisbedingte Notfallsituationen werden dargestellt, damit ein hoher Grad an Handlungssicherheit erreicht wird. Je nach Ausrüstungsstand der Feuerwehren gestaltet sich auch deren Übungsablauf. Das Ziel des Landkreises Leipzig bestand darin, Feuerwehren zu entsenden, die an einer Bahnstrecke liegen, aber über keine spezielle Ausrüstung wie einen Gerätewagen-Gefahrgut verfügen und dennoch in der Lage sind, Gefahren mit den Mitteln ihrer Technik zu minimieren oder gar abzuwehren.

In der Vergangenheit trainierten hier auch andere Feuerwehren aus dem Landkreis, darunter beide Gefahrgutzüge.

 

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© Mike Köhler, Ronny Wiesner, Jens Beckmann, FF Machern, Eva Hubert, Ina Mewald