Länder in denen die 112 gilt!

In Europa gilt der Euronotruf 112in der Europäischen Union, Andorra, Färöer-Inseln, Island, Liechtenstein, Norwegen, San Marino, Schweiz, Türkei, Vatikanstadt, Bosnien und Herzegowina und in Russland. Außerdem wird die Notrufnummer in einigen asiatischen Ländern wie Israel oder Kasachstan und afrikanischen Ländern wie Simbabwe und teilweise in Südafrika angewendet. In Kanada und den Vereinigten Staaten wird beim Wählen der 112 der Anruf auf die Notrufnummer 9-1-1 des Nordamerikanischen Nummerierungsplans weitergeleitet. Auch einige lateinamerikanische Länder kennen die 112, zum Beispiel Costa Rica. Darüber hinaus wird sie auch in Ländern des pazifischen Raumes verwendet, wie beispielsweise in Australien, Neuseeland, und in Vanuatu.

Neben dem Euronotruf können nationale Notrufnummern weiterhin gültig sein.

Europäischer Tag des Notrufs 112

Am 11. Februar 2009 haben das Europäische Parlament, der Rat der Europäischen Union und die Europäische Kommission die Einführung eines jährlichen „Europäischen Tags des Notrufs 112“ beschlossen, um den Euronotruf bekannter zu machen. Der Euronotruftag wurde aufgrund der im Datum enthalten Notrufnummer auf den 11.2. eines jeden Jahres gelegt.

Was passiert wenn ich die 112 anrufe?

Speziell ausgebildete Disponenten beantworten Ihre Anrufe. Je nach Land, in dem sie sich befinden, kümmert man sich unmittelbar um ihr Anliegen oder leitet Sie an den entsprechenden Notfalldienst – wie Rettungsdienst, Feuerwehr oder Polizei weiter. In immer mehr Notfallzentren können solche Anrufe in mehreren Sprachen beantwortet werden. Wichtig ist es, den Beschäftigten die die wichtigen Angaben mitzuteilen, die im Notfall von den Helferinnen und Helfern benötigt werden. Hierfür gibt es ein Notrufabfrageschema.

In unserem Landkreis erreicht man über die 112 die Kollegen der Berufsfeuerwehr Leipzig in der Gerhard- Ellrod Straße. Dort versehen Feuerwehrbeamte und Angestellte ihren 24h Dienst in 3 Dienstgruppen a´20 Mann, sowie 2 Führungsdiensten.

Im Jahr 2020 Disponierten die Kollegen der Leitstelle Leipzig für den Landkreis Leipzig 2.474 Feuerwehreinsätze und 28.275 Rettungsdiensteinsätze. Für den gesamten Zuständigkeitsbereich waren es ganze 244.494 Feuerwehr- und Rettungsdiensteinsätze. Aus der Telefonhistorie, ergaben sich für das Jahr 2020 ca. 2.900.000 Mio. anrufe in der Leitstelle der Berufsfeuerwehr.

Warum nicht immer die 112 Richtig ist!

Die 112 wurde eingeführt, um eine bessere und gezielte Koordinierung von Rettungskräften zu ermöglichen. Für nicht Lebensbedrohliche Medizinische Anliegen, existiert parallel die 116-117 der Kassenärztlichen Vereinigung.

 

 

 

 

 

                                                                                                                                                                                          Artikel: Stephan Kleeberg

Kohlenmonoxid ist ein geruchloses und unsichtbares Gas, das bei der Verbrennung von Kohlenstoff entsteht. Die korrekte Bezeichnung lautet deshalb auch „Kohlenstoffmonoxid“ (chemische Formel: CO). Im Alltag wird aber nur von „Kohlenmonoxid“ gesprochen.

CO ist immer Bestandteil Ihrer Abgase, wenn Sie mit Gas, Öl, Holz oder Kohle heizen. Bei einer funktionierenden Abgasanlage wird Kohlenstoffmonoxid mit allen anderen Abgasbestandteilen sicher nach draußen geführt. Das ist wichtig, denn CO ist hochgiftig.

Selbst kleinste Konzentrationen in der Umgebungsluft reichen aus, um nach dem Einatmen zu Erstickungen oder Vergiftungen zu führen. Atmen Menschen zu viel Kohlenmonoxid ein, erhält der Körper nicht mehr ausreichend Sauerstoff und kann somit seine Organe und das Gehirn nicht mehr damit versorgen. Eine Kohlenmonoxidvergiftung ist deshalb häufig tödlich.

Kohlenmonoxid ist deshalb so gefährlich, weil Sie es beim Austritt aus dem Rohr oder der Gastherme nicht riechen oder sehen können.

Grundsätzlich gilt: keine Panik. Solange Ihr Heizgerät regelmäßig gewartet wird, ist die Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung sehr gering. Ist der Aufstellraum der Heizung außerdem gut belüftet, reduziert sich die Gefahr nochmals.

Doch folgende Ursachen können zu Unfällen mit Kohlenmonoxid aus der Heizung führen:

  • Defekter Brenner: Damit Ihre Heizungsanlage effizient betrieben werden kann, muss der Brennstoff am besten vollständig verbrannt werden. Gibt es beim Verbrennungsvorgang Probleme, ist die Abgastemperatur zu niedrig und die Abgase können nicht komplett über den Schornstein abziehen. In der Folge strömt das Abgas zurück in den Aufstellraum und Kohlenmonoxid tritt aus.
  • Verstopfter Schornstein: Eine häufige Ursache für Kohlenmonoxid-Unfälle sind verstopfte Schornsteine. Insbesondere ältere, gemauerte Schornsteine werden häufig von Vögeln als Nistplätze genutzt. Zu den Vögeln, die gerne in Schornsteinen nisten, gehören zum Beispiel Dohlen. Abgasrohre können jedoch auch durch herabgefallene Äste oder Laub verstopft sein. In beiden Fällen können die Abgase nicht abziehen und es gibt einen Rückstau. Das Kohlenmonoxid kann dann über das Abgasrohr in den Aufstellraum zurückströmen. Weil CO leichter als Luft ist, kann es sich dann sehr einfach in der ganzen Wohnung verbreiten.
  • Defekte Sensoren: Jede Gastherme ist aus Gründen der Sicherheit mit einem CO-Sensor ausgestattet. Ermittelt dieser Sensor, dass die CO-Konzentration zu hoch ist bzw. dass CO ausströmt, schaltet der Brenner automatisch ab. Allerdings kann ein defekter Sensor verhindern, dass das Heizgerät sich bei Gefahr ausschaltet.
  • Mangelnde Frischluftzufuhr: Insbesondere in der Heizperiode ist es draußen meist frostig. Deshalb sind Fenster und Türen geschlossen. Um eine zu hohe CO-Konzentration zu vermeiden, sollten Sie regelmäßig lüften. Dies gilt insbesondere auch dann, wenn Sie einen offenen Kamin befeuern.
  • Geschlossene Drosselklappe bei Kaminen: Mit der Drosselklappe lässt sich das Feuer im Kamin durch eine Verringerung der Luftzufuhr steuern. Ist die Klappe aber komplett geschlossen, kann dies einen ähnlichen Effekt wie ein verstopfter Schornstein haben.
  • Fehlerhafte Installation von Heizungsanlagen und Gasthermen: Fehler bei der Montage von Heizgeräten können zu undichten Abgasleitungen oder Fehlfunktionen führen, die wiederum einen gefährlichen CO-Austritt zur Folge haben können. Schon allein aus diesem Grund sollten Heizungsanlagen und Feuerstätten immer nur von fachlich geschulten Handwerkern montiert und in Betrieb genommen werden.
  • Unsachgemäßer Betrieb von Feuerstätten: Wer in seiner Feuerstätte nicht nur Holz, sondern möglicherweise auch Abfall oder Kunststoffe verbrennt, schadet damit nicht nur der Umwelt, sondern riskiert im Ernstfall sein Leben. Denn durch die unsachgemäße Verbrennung kann verstärkt CO entstehen, das die Abgasanlage nicht vollständig abführen kann.

 

Ein wichtiger Faktor für die Vermeidung von CO-Vergiftungen in der Wohnung ist eine einwandfrei funktionierende Heiztechnik. Das können Sie tun:

  • Warten Sie Ihre Heizung regelmäßig: Wer seine Gastherme oder seinen offenen Kamin regelmäßig warten lässt, reduziert die Gefahr eine CO-Vergiftung auf ein Minimum. Denn Ihr SHK-Fachbetrieb kontrolliert im Rahmen der Wartung genau, wie hoch die CO-Konzentration im Abgas ist und prüft die Anlage auf mögliche Lecks.
  • Sorgen Sie für einen freien Schornstein: Um zu verhindern, dass Vögel im Schornstein nisten oder dass Laub und Äste das Abgasrohr verstopfen, können Sie mit Schornsteinabdeckungen arbeiten und Ihre Abgasanlage entsprechend nachrüsten.
  • Stellen Sie CO-Melder auf: Da Kohlenstoffmonoxid unsichtbar und geruchlos ist, sind CO-Melder eine sinnvolle Anschaffung. Sie messen kontinuierlich die CO-Konzentration in der Luft. Sobald der CO-Wert einen voreingestellten Grenzwert überschreitet, ertönt ein durchdringender Warnton, ähnlich wie bei einem Rauchmelder. Achten Sie beim Kauf der CO-Melder darauf, dass diese die Vorschriften der EN 50291 erfüllen. Am besten installieren Sie Ihre CO-Melder in unmittelbarer Nähe der Feuerstätte, in ca. zwei Metern Höhe. Da CO leichter ist als Luft, steigt es schnell auf und wird so vom CO-Melder sofort erkannt. Führen bei Ihnen Abgasrohre von der Feuerstätte zum Schornstein durch einen weiteren Raum, sollten Sie zur Sicherheit auch dort einen CO-Melder installieren.

Sie haben es selbst in der Hand, wie sicher Ihre Gastherme oder Ihre Heizung in Bezug auf Kohlenmonoxid ist. Funktioniert das Gerät wie vorgesehen und können die Abgase ungehindert über den Schornstein abgeführt werden, sind Gas-, Öl- oder Holzheizungen sehr sichere Heizgeräte.

Wichtig ist, dass Sie selbst nicht nachlässig sind und Ihr Heizgerät regelmäßig warten lassen. Sind Sie Mieter, sollten Sie ebenfalls darauf achten, dass Ihre Gastherme mindestens ein Mal pro Jahr gewartet wird. Erinnern Sie Ihren Vermieter ggf. daran. Schließlich geht es um Ihre Sicherheit!

Um ganz sicherzugehen, empfiehlt es sich immer, einen CO-Melder neben der Feuerstätte zu montieren. Die Anschaffung kostet in der Regel weniger als 50 Euro und kann Leben retten, ist also jeden Cent wert.

 

Quelle: Thermondo

 

 

Artikel: Mike Köhler


Nun haben wir doch noch Winter mit eisigen Temperaturen bekommen. Viele Gewässer sind gefroren, was manche dazu einlädt, aufs Eis zu steigen. Doch das kann gefährlich werden.

Wie Sie Gefahren auf dem Eis erkennen und im Falle des Falles jemanden aus dem Eis retten können.

 

Wann trägt eine Eisfläche?

Grundsätzlich sollte die Eisschicht mindestens 15 Zentimeter dick sein, damit sie sicher betreten werden kann. Deshalb werden Gewässer in der Regel auch erst ab dieser Stärke freigegeben. Dennoch kann auch ein Gewässer, das diese Eisstärke aufweist, Stellen haben, an denen das Eis dünner ist. Einbruchgefahr besteht z. B. dort, wo Zuflüsse oder warme Quellen sind. Auch Lufteinschlüsse (durch aufsteigende Fäulnisgase) können Eis brüchig machen. Das ist von außen nicht zu erkennen. Zudem ist das Eis dort, wo es z. B. von Brückenpfeilern oder Schilf durchbrochen ist, nicht so stabil. Gefährlich ist auch Schnee auf dem Eis, denn er verdeckt Risse und kleinere Löcher.

 

Vorsichtsmaßnahmen

  • Beachten Sie Verbotsschilder und Warnungen lokaler Medien.
  • Gehen Sie niemals alleine aufs Eis. Es sollte immer mindestens eine Person am Ufer sein, die im Notfall einen Notruf absetzen kann.
  • Gehen Sie nicht bei Tauwetter aufs Eis.
  • Betreten Sie keine Eisflächen auf fließenden Gewässern oder Eisflächen, die an offenes Gewässer grenzen.
  • Besondere Vorsicht geboten ist in der Nähe von Brückenpfeilern oder in Ufernähe, wenn das Eis z. B. von Schilf durchbrochen ist.
  • Dunkle Stellen sind ein Hinweis darauf, dass das Eis dünn ist und Einbruchgefahr droht.
  • Wenn das Eis knackt, sich Risse zeigen oder Wasser an die Oberfläche tritt, sofort flach auf den Bauch legen und langsam und gleichmäßig zum Ufer kriechen. So wird das Gewicht besser verteilt. Ruckartige Bewegungen vermeiden.

 

Wenn Sie eingebrochen sind

  • Laut um Hilfe rufen.
  • Ruhig bleiben und nicht unnötig herumzappeln, da der Körper bei hektischen Bewegungen noch schneller auskühlt.
  • Versuchen Sie, sich aus dem Loch zu ziehen.
  • Ist das nicht möglich, halten Sie sich am Rand des Einbruchloches fest und vermeiden Sie unter allen Umständen, unter das Eis zu gelangen.

 

Jemanden aus dem Eis retten

Im eiskalten Wasser überlebt ein Mensch nicht lange. Der Körper kühlt schnell aus, die Atmung und der Puls verlangsamen sich, der Verunglückte wird bewusstlos und ertrinkt. Aus eigener Kraft schafft es jedoch kaum jemand, sich zu befreien. Deshalb ist schnelle Hilfe wichtig:

  • Alarmieren Sie sofort die Feuerwehr (112)!
  • Nähern Sie sich der Einbruchstelle liegend, um das Gewicht auf dem Eis zu verteilen (große Auflagefläche). Am besten verwenden Sie hierfür eine Leiter oder ein Brett. Rettungsleitern stehen an vielen Gewässern für derartige Notfälle bereit.
  • Versuchen Sie nicht, die eingebrochene Person mit der Hand aus dem Wasser zu ziehen, da die Gefahr besteht, dass Sie mit hineingezogen werden. Verwenden Sie einen Ast, ein Kleidungsstück oder z. B. ein Abschleppseil zum Rausziehen.

 

Erste Hilfe nach der Rettung

  • Bewegen Sie den Verunglückten möglichst wenig, damit das ausgekühlte Blut in den Extremitäten (Arme und Beine) nicht in die Körpermitte gelangt, was zu einem Herzkreislaufstillstand und somit zum Tod führen kann.
  • Wärmen Sie ihn bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit einer Rettungsdecke oder z. B. Ihrem Mantel.
  • Ist er bewusstlos, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage.
  • Hat er einen Herzkreislaufstillstand, beginnen Sie sofort mit der Reanimation (Wiederbelebungsmaßnahme). Pro Minute ohne Reanimation sinkt die Überlebenschance eines Patienten um etwa 10 Prozent. Nach 5 Minuten liegt sie nur noch bei 50 Prozent und nach ungefähr 8 bis 10 Minuten kommt meist jede Hilfe zu spät. Zudem treten bereits nach etwa 5 Minuten ohne Reanimation irreparable Hirn- und Organschäden auf. Darum ist schnelles Handeln enorm wichtig.

 

 

Artikel: Mike Köhler


Das Jahr 2021 ist erst ein paar Tage alt und wir möchten die Gelegenheit nutzen unseren Kreisbrandmeister Nils Adam ein paar Fragen zu stellen, um einen Einblick in die aktuelle Situation im Landkreis zu bekommen. Gleichzeitig nutzen wir die Chance für einen Ausblick für das Jahr 2021.

 

1. Die Pandemie hat nicht nur unser gesellschaftliches Leben voll im Griff, sondern auch unsere Feuerwehren im Landkreis. Wie ist deine Einschätzung zur aktuellen Lage unserer 142 Ortsfeuerwehren?

 

Wir Feuerwehren leben in und mit der Lage. Die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren in unserem Landkreis ist vollends gegeben. Covid-19 hat gegenwärtig keinen gravierenden Einfluss auf die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren im Landkreis Leipzig. Die Feuerwehren sind da, wenn Sie gebraucht werden. Ich wünsche, dass das so bleibt.

2. Die Einschränkungen der Ausbildungsdienste in den Feuerwehren halten seit April 2020 an. Sollte der Lockdown noch weiter verlängert werden, wie kann es mit der Ausbildung der Kameraden weitergehen? Schließlich geht ja das Tagesgeschäft der Feuerwehren weiter

 

Im Gegensatz zum Einsatzgeschehen hat COVID 19 auf die Ausbildung der Feuerwehren sehr großen Einfluss, wenn nicht sogar zu großen Einfluss. Leider konnten und können die Feuerwehren unter Beachtung der Corona- Schutzmaßnahmen nur bedingt bis keine Ausbildungen durchführen. Ich wünsche, dass die Feuerwehren trotz Coronaeinschränkungen verschiedene digitale Möglichkeiten nutzen, um sich „frisch“ zu halten. Digitale Angebote können eine sinnvolle Ergänzung sein, werden jedoch nie ein Ersatz für die praktische Ausbildung werden. Insbesondere in den Führungsetagen und bei den Ausbildungsverantwortlichen unserer Feuerwehren sollte die Zeit genutzt werden, um unter Beachtung der eigenen Rahmenbedingungen und Lageangepasst, Konzepte zur Fortführung oder zur Wiederaufnahme des Ausbildungsbetriebes zu erstellen. Ziel muss es sein, die Einsatzbereitschaft auf Grund fehlender Ausbildung nicht zu gefährden. Ich hoffe und wünsche, dass Ausbildungen bald wieder vollumfänglich möglich sind, die Einschränkungen auf Grund der Pandemielage sind mir aber wohl bewusst. Dass die Feuerwehren in den Startlöchern für die Fortführung des Ausbildungsbetriebes sind, ist sicher.

3. Wir lesen in der Tagespresse und in den Sozialen Medien immer wieder von Neuanschaffungen von Technik und Ausrüstung für unsere ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Wie ist der Stand im Landkreis, gibt es noch viel DDR-Technik in den Gerätehäusern, oder sind wir hier über den Berg?

 

Die Städte und Gemeinden im Landkreis Leipzig aber auch der Landkreis Leipzig haben in den letzten Jahren regelmäßig und kontinuierlich in den abwehrenden und vorbeugenden Brandschutz investiert. Dies ist ganz sicher auch der Fördermittelpolitik im Freistaat Sachsen zu verdanken. Über DDR Technik möchte ich persönlich gar nicht mehr reden, den 30 Jahre nach der Wende muss mittlerweile auch die in den 1990er Jahren beschaffte Technik ersatz- und neubeschafft werden. Hinzu kommt eine weitere Technisierung und Modernisierung aber auch Digitalisierung im Bereich der Feuerwehren. Persönlich wünsche ich mir, dass bei den politisch Verantwortlichen auf allen Ebenen (Freistaat / Landkreis / Städte und Gemeinden) die Notwendigkeit von kontinuierlichen Investitionen im Bereich des abwehrenden und vorbeugenden Brandschutzes weiterhin als wichtig erkannt wird und die finanziellen und organisatorischen Rahmenbedingungen geschaffen werden um einen funktionierenden Brandschutz zu schaffen. Von unserer Feuerwehrfachwelt wünsche ich mir einen klaren Blick für eine moderne, zeitgemäße Technik, ohne überzogene Forderungen zu stellen.

4. Im Bereich Katastrophenschutz investiert der Landkreis auch in eigene Technik, jüngst in einen ELW, der bei der Feuerwehr Frohburg stationiert ist. Wie geht es hier weiter?

 

Per Gesetz sind die Landkreise verpflichtet die Führungsfahrzeuge der Katastrophenschutzzüge vorzuhalten. Hier soll weiterhin kontinuierlich ersatz- und neubeschafft werden. Mit Blick auf technischen Stand und Alter vorhandener Ausstattung sind die finanziellen Mittel dafür geplant. In den nächsten Jahren werden z.B. in Colditz, Borna, Pegau und Wurzen Ersatzbeschaffungen geplant. Aber auch in weiterführende Sonderausstattung und Sonderausrüstung zur überörtlichen Gefahrenabwehr, z.B. zur Ölschadensbekämpfung auf Gewässern und zur überörtlichen Ausbildung soll weiter investiert werden. Zu vergessen ist auch nicht der Bund und der Freistaat Sachsen, die zur Sicherung im Bevölkerungsschutz ebenfalls investieren.

5. Thema Feuerwehrtechnisches Zentrum: Aus Sicht des KFV hat sich ein positiver Trend im FTZ entwickelt und einige Feuerwehren sind wieder zurück zum FTZ gekommen. Wie ist deine Einschätzung dazu, gibt es noch Potential um das FTZ noch attraktiver zu machen?

 

Ganz sicher ist immer Luft nach oben. Es freut mich, wenn der KFV einen positiven Trend im FTZ erkennt. Ich selbst sehe den positiven Weg auch so und wünsche mir ganz sehr, dass wir uns gemeinsam mit den Städte und Gemeinden mit Ihren Feuerwehren weiter und immer mehr zu „unserem“ FTZ bekennen. Dies geht nur mit ehrlichem, offenen Miteinander und den Menschen die in und mit dem FTZ arbeiten. Wenn es uns gelingt, ein freundliches, ehrliches, offenes, fachkompetenten Miteinander zu entwickeln und Verständnis füreinander zu haben, kann der Service- und Dienstleistungsgedanke ganz sicher besser werden. Vielleicht gelingt es unter Berücksichtigung aller notwendiger Aufgaben, das FTZ Landkreis Leipzig weiterführend gemeinsam zu einem Brand- und Katastrophenschutzzentrum Landkreis Leipzig zu entwickeln.

6. Die Tendenz an Personal in unseren Feuerwehren ist über die Jahre leicht rückläufig. Im Gegensatz dazu, legen die Zahlen der Kinder- und Jugendfeuerwehren deutlich zu. Sollten Gemeinden und Städte oder vielleicht auch der Freistaat mehr Geld investieren, um den Nachwuchs für die Zukunft zu binden?

 

Eine ganz schwierige Frage, die ganz sicher in vielen ehrenamtlich, organisierten Bereichen gestellt werden könnte. Geld allein wird die Situation nicht verbessern. Auf das „Wie“ kommt es an. Die Grundidee der Freiwillige Feuerwehren ist ehrenamtliches, bürgerliches Engagement um einander zu helfen und nicht um Geld zu verdienen. Wenn es gelingt das Geld für Infrastruktur, Organisation, Technik, als Anreiz und Anerkennung zielgerichtet und intelligent einzusetzen, kann mehr Geld die Personalsituation ganz sicher verbessern, bzw. den Nachwuchs auch binden. Regionale Möglichkeiten und Gegebenheiten sollten dabei immer Beachtung finden – und mit all diesen Abwägungen: Ja lieber Freistaat, liebe Städte und Gemeinden – es muss das Ziel sein, die Förder- und Investitionsmittel im Bereich des Brand- und Katastrophenschutzes zu verstetigen.

7. Die Frage, die bei jeder Jahreshauptversammlung der Feuerwehren immer wieder für Aufregung sorgt, ist die Ausbildung auf Landesebene. Abgesehen von der aktuellen Pandemie und den daraus resultierenden Ausfällen der Lehrgänge an der LFKS, stehen weiterhin nicht genügend Ausbildungsplätze zur Verfügung. Gibt es hier Neuigkeiten, ob da in Zukunft eine Besserung in Sicht ist?  

 

Offen und ehrlich: Leider nein – die andauernde Pandemie tut dazu noch Ihr Übriges. Die Gründe für dieses schon seit mehreren Jahren andauernde Problem sind m.E. in sehr vielen Bereichen zu suchen. Ich wünsche und hoffe, dass es gemeinsam gelingt, für diese Situation Abhilfe zu schaffen. Die Lösungsansätze müssen sehr breit gesucht werden und können nur Stück für Stück umgesetzt werden. Beginnend in 2021 darf nun ein Teil der Berufsfeuerwehrausbildung in Eigenregie der großen Städte durchgeführt werden, in der Hoffnung das dadurch freie Kapazitäten an der LFKS entstehen. Aber auch der Vergleich von Bedarf und daraus entstehendem Angebot, von Pflicht und Kür und von Zuständigkeit und Verantwortung muss intensiver betrachtet werden. Der Einfluss einer sinnvollen Statistik und dem daraus entstehendem Bedarf muss besser interpretiert werden. Nehmen alle statistisch gemeldeten Qualifikationen auch wirklich die daraus erwachsenden Funktionen und Aufgaben war? Wie kann der Prozess zur Lehrgansplatzvergabe mit modernen Möglichkeiten verbessert werden? Wie können wir besser auf den Generationswechsel in Führungsreihen der Freiwilligen Feuerwehren reagieren? Ganz sicher viele Dinge, die entwickelt werden könnten – ich würde mich über jeden kleinen Schritt zur Verbesserung freuen, leider sind mir aber auch die Grenzen und Randbedingungen in einem so großen System bekannt.

8. Der KFV möchte in diesem Jahr wieder einige Seminare und Workshops für die Feuerwehren anbieten. Hat der Landkreis diesbezüglich was geplant?

 

Ganz sicher sollten wir wieder versuchen gemeinsam umzusetzen und zu gestalten. Im Bereich der überörtlichen Ausbildung und bei Sonderlehrgängen wollen wir als Landkreis gern besser werden – benötigen aber genau wie die Städte und Gemeinden ehrenamtliches Engagement um umsetzen zu können. Mit Verweis auf die Frage 7 kenne ich aber leider auch die Grenzen und Randbedingungen in unserem Landkreis Leipzig und freue mich persönlich über jede noch so kleine erfolgreiche Ausbildung.

 

 

Danke lieber Nils für die Zeit die du dir für die Beantwortung der Fragen genommen hast. Demnächst werden wir den Vorsitzenden des KFV Landkreis Leipzig ein paar Fragen stellen, um euch einen Einblick in die Verbandsarbeit zu geben.

 


 

          

Artikel/Bild: Mike Köhler


Ein neues Pferd im Stall konnte Ende Dezember 2020 die Kreisbrandmeisterei Landkreis Leipzig begrüßen.

Bei dem neunen Fahrzeug handelt es sich um einen Kommandowagen auf Mercedes-Benz Vito PRO Tourer 119 CDI kompaktAWD.
Das Fahrzeug in Kompakter Bauweise mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3200 kg verfügt über einen 140 kW starken Motor nach Euro 6d, permanent Allradantrieb und Automatikgetriebe. Der Feuerwehrtechnische Aufbau stammt von der Fa. Wagener Technik GmbH in Kassel. Ausgestattet ist das Fahrzeug mit einer optischen und akustischen Sondersignalanlage vom Typ Hänsch DBS 5000, Heckblaulicht Comet-S und Frontblitzer im Kühlergrill verbaut. Zur Bedienung des BOS Digitalfunk wurde eine Funksteuerkonsole vom Typ LARDIS ONE mit Einsatznavigation und eine Freisprecheinheit im Fahrzeug verbaut. Weiterhin wurden zwei Handsprechfunkgeräte, Handlampe, Feuerlöscher und ein Trenngitter zum Heck verbaut. Im Fahrzeugheck wurde zur Aufnahme der persönlichen Schutzausrüstung ein Regalsystem verbaut. Die Beklebung erfolgte im Design des Landkreis Leipzig. Das Fahrzeug steht dem Hauptamtlichen Kreisbrandmeister im Landkreis Leipzig zur Verfügung. Der bisher genutzte Kommandowagen vom Typ VW T5 4Motion wurde zum Mannschaftstransportwagen umgerüstet und steht ab sofort dem Funktrupp des Landkreises Leipzig zum Personaltransport als ergänzendes Fahrzeug zum ELW 2 im Feuerwehrtechnischen Zentrum Landkreis Leipzig, Standort Trebsen zur Verfügung und kann bei Bedarf auch durch die Mitarbeiter des Feuerwehrtechnischen Zentrums genutzt werden.

 

 

 

          

Artikel/Bild: Nils Adam / Mike Köhler


Liebe Kameradinnen, liebe Kameraden,

sehr geehrte Damen und Herren,

sehr geehrte Helfer und Unterstützer,

 

als ob im alten Jahr mit der andauernden Corona-Pandemie nicht schon genügend besondere Anforderungen zur Aufgabenbewältigung an die Feuerwehren und Hilfsorganisationen im Landkreis Leipzig gestellt wurden, wurden insbesondere die Feuerwehren der Dekontaminationseinheiten in der Feuerwehr Grethen (Gemeinde Parthenstein) und Priessnitz (Stadt Frohburg) sowie die Feuerwehren der gesamten Stadt Grimma beginnend ab dem 1. Weihnachtsfeiertag zur Unterstützung des Lebensmittelüberwachungs - und Veterinäramtes Landkreis Leipzig bei der Bekämpfung eines Vogelgrippeausbruchs in Mutzschen und Roda alarmiert.

In gewohnter Zuverlässigkeit wurde sich um alle anstehenden Aufgaben und Notwendigkeit gekümmert und Probleme gelöst. Gemeinsam mit allen Betroffenen und Beteiligten wurden in kurzer Zeit viele Rahmenbedingungen geschaffen und umgesetzt, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Wohlwissend der schwierigen und besonderen Aufgabe möchten wir, stellvertretend für den Landkreis Leipzig mit Landrat Henry Graichen und den Mitarbeitern des Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramtes unter Amtsleiterin Asja Möller, allen Beteiligten Institutionen, Firmen und Unterstützern, und ganz besonders den beteiligten ehrenamtlichen Einsatzkräften unserer Feuerwehren danken. Das notwendige Netzwerk, insbesondere auch beginnend in den Reihen der Ehrenamtlichen Örtlichen Feuerwehrkräfte war für eine erfolgreiche Lagebewältigung einmal mehr Gold wert.

Für die Feuerwehren konnte der örtliche Einsatz am 31.12.2020 beendet werden, die notwendigen umfangreichen Maßnahmen zur Nachbereitung dauern an.

Für den anstehenden Jahreswechsel alles Gute sowie einen gesunden Start ins neue Jahr.

 

Vielen Dank!

Mit herzlichem Feuerwehrgruß

 

Henry Graichen

Landrat

 

Asja Möller

Amtsleiterin Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt

 

Nils Adam

Kreisbrandmeister

 

 

 

          

Artikel/Bild: Nils Adam / Mike Köhler


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